Mittellandkanal: Präzisionsnivellement
Mittellandkanal: Präzisionsnivellement
Am Mittellandkanal zwischen Magdeburg und Hannover wurde ein Präzisionsnivellement durchgeführt, einschließlich der Stichkanäle nach Hildesheim und Salzgitter sowie eines Teilabschnitts des Elbe-Seitenkanals.
Ziel & Anforderungen
Viele Arbeiten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV), wie z.B. Neubau- und Unterhaltungsmaßnahmen, setzen einwandfreie Höhenbestimmungen voraus. Die geforderten Höhen werden mit der notwendigen Genauigkeit durch Präzisionsnivellements I. Ordnung bestimmt, die den übergeordneten Rahmen herstellen und an denen die örtlichen Nivellements angeschlossen werden. Den bisherigen Höhen lagen Nivellements aus dem Jahre 1996 zugrunde. Durch Punktausfälle, sowie Höhenveränderungen wurde ein Wiederholungsnivellement erforderlich, um für die laufenden Arbeiten der WSV neue Höhen zur Verfügung zu haben. Die Aktualisierung aller Planunterlagen, die örtliche Überprüfung, sowie ggf. Neuvermarkung der Höhenfestpunkte (HFP) erfolgte durch die beteiligten Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter (WSA).
Die Arbeiten wurden nach den Vorgaben der Feldanweisung für die Präzisionsnivellements zur Erneuerung und Wiederholung des Deutschen Haupthöhennetzes (DHHN) im Zeitraum 2006 bis 2011 durchgeführt.
Umsetzung
Die Arbeiten erfolgten mit bis zu vier Messtrupps, parallel auf beiden Uferseiten. Zusätzlich wurde zu jeder Ablesung der Temperaturwert an der Nivellierlatte erfasst, um die Ablesungen bei der späteren Auswertung entsprechend korrigieren zu können.
Als Beobachtungsverfahren wurde das Nivellieren aus der Mitte mit gleich langen Zielweiten angewendet. Um den Einfluss der bodennahen Refraktion gering zu halten, hatte der Zielstrahl einen Mindestabstand von 1,00 Meter zum Erdboden.
Die Ablesereihenfolge auf den Instrumentenstandpunkten erfolgte durch alternierende Beobachtungen im Rück- und Vorblick (RV, VR, ...). Das Präzisionsnivellement wurde als Doppelnivellement ausgeführt, d. h. die einzelnen Nivellementstrecken wurden im Hin- und Rückweg beobachtet. Die Messdaten wurden am Ende eines Messtages auf Festplatte gesichert. Für die Vorverarbeitung von Rohdaten aus Nivellements wurde das Programm „VRONI“ von der Bezirksregierung Köln, Abteilung 7 (GEObasis.NRW, ehemals Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen) eingesetzt.
Zusätzlich wurde von jedem gemessenen Höhenfestpunkt eine Fotodokumentation erstellt.
Ergebnis
Ein einheitlicher aktueller Höhenbezug für die Arbeiten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung.
Bauherr
Bundesanstalt für Gewässerkunde
Leistungen
Durchführung von Präzisionsnivellements
Kennzahlen
941 Höhenfestpunkte
472 km Nivellementsweglänge





